Geplant war die Tour seit Mitte letzten Jahres unter Beteiligung von Dietmar (aus Dresden), Günter (Tarragona), Lars (Sonnenural) und mir, Don Harry. Gefahren bin ich mit Dietmar alleine, da Lars keinen Urlaub bekam und Günter alle Papiere (Pass, Fz Schein etc.) eine Woche vorher gestohlen wurden.
Günter und Dietmar haben auf der Anreise zu mir noch eine an einer Rallye teilgenommen - aber das ist eine andere Geschichte.
Am Sonntag den 25.5 stand
Dietmar samt Gespann bei mir auf der Finca.

Da die Abfahrt für Dienstag
angesetzt war, konnten noch ausreichende Schluckimpfungen vor der Fahrt ins
Ungewisse getätigt werden.

Der grobe Schlachtplan >in nächtelanger Arbeit entworfen< sah diese Tour vor:
Viñuela - Malaga - Algeciras -
Tanger - Asilah - Larache
Larache - Kenitra - Rabat -
Rabat - Rommani - Qued-Zem - Kasba Tadla - Beni-Mellal
Beni-Mellal - Marakesch
Marakesch - Tadert - Tizi-n-Tichka - Telouet - Ait Benhaddou - Ouarzazate
Ouarzazate - Boumalne Dades -
Ait-Hani - Tinerhir
Goulmina - Ar-Rachidia - Midelt - Azrou
Meknes - Souk-el-Arba du-Rharb - Ksar-el-Kebir - Larache - Tanger
Tanger - Algeciras - Malaga - Viñuela
ca. 2.300 KM

Die erste Änderung war, die
Fähre in Tarifa (ES) nach Tanger (MA) zu entern.
Weiteres ergab sich Laufe der Fahrt......
Di / 30.5
Um 09.00 geht's los, ab nach Tarifa über die spanische National 340. Tickets beschaffen und ab auf`n Pott.
Das Gewitter erreicht Tarifa
zwar zu spät aber es überholte uns und wartete eben in Tanger...
Meine spanische Gewohnheit der
Siesta wurde gleich tatkräftig umgesetzt:
Das gelobte Land:
Nach den Zollformalitäten (Im
Verhältnis zu Russland ein Klacks) wird Geld gewaschen

100 Dirham sind +/- 10 € (Stimmt nicht ganz aber ist einfacher zum Rechnen)
Dank des zuvorkommenden Gewitters sind die Strassen zwar nass - doch es regnet nicht mehr :-)
Das erste Hotel war eine interessante Erfahrung >wer furchtbares erwartet kann nicht enttäuscht werden:
Hier die Aussicht aus dem
Hotelfenster:
Das Etablissement selbst:
und die Außenansicht:
Die elektronischen
Notfallunterbrechereinrichtungen:
... und das Abendessen mit
erstem Kontakt zur (verkaufsträchtigen) Einwohnerschaft
>Es wurden außer dem Tee auch Rotweinflaschen (in Papiertuten verpackt) kredenzt<
In der Nacht erschallt um 03.30 h MAZ von sämtlichen Moscheen die dezente Gebetsaufforderung (allerdings in Discolautstärke) "Allah akba!"
Nachdem wir uns sicher waren, dass es kein Alarm sondern etwas übliches war (Keinerlei Reaktionen innerhalb des Beobachtungsfeldes) haben wir weiter die Betten auf Dienstbereitschaft untersucht und getestet.
Um 09.00 h ging's weiter:
endlose Wege, nur ein einsamer
kleiner...
größer werdender...
und nun erkennbarer
Gespannfahrer
unterwegs auf den einspurigen
Pisten. Dabei ist nur die Mitte geteert,
beim Begegnungsverkehr weichen beide zur Hälfte auf den Sand/Randstreifen aus.
Vor uns war schon etwas da:
Kleinere Pausen zum Auffüllen
des Wasserhaushaltes:
Die Landschaft noch ziemlich
reichhaltig:
wobei, sofort nach einem Stopp in einsamster Gegend, innerhalb von wenigen Sekunden irgendwelche Erdmännchen aus dem Boden auftauchen und irgendetwas verkaufen wollen. Wir haben nicht klären können woher die tatsächlich kamen (Scottie weißt du was ? ;-)
Die Marokkoreisendenregel Nr.. 1 sagt um 18.00 h ist eine Unterkunft zu suchen, um 20.00 h ist es dunkel wie im Bärenars... und die Strassen für Nichtsuizidale unbefahrbar.
Um 18.30 ein Zeichen:
Besser als nix, haben wir uns
gedacht und ab dafür!
Rein in die Anlage und nach einen Zimmer gefragt - wir waren die einzigen Gäste:
kleines Zimmerchen
>wohlverdient<:
Entstauben, duschen, entspannen
und zum Dinner:
Weltreisende haben es schwer -
die Essecke - Rotwein gab´s auch :-)
Nach ruhiger Nacht ohne
Beschallung ging´s zum Frühstück am Pool:
Hier ein Eindruck der örtlichen
Transportvereinigung:
und der Lastentransporter:
ist schon heftig anzusehen:
Dann wieder weite Pisten und die
üblichen Lehmdörfer:
Der erste höhere Pass:
und die dazugehörige Auffahrt:
Bei den LKW ist die
Auffahrgeschwindigkeit auch die Abfahrtgeschwindigkeit:
Für Gespanne kein Problem:
Das Gipfelstürmerfoto:
Geplant als 250 km Quickie Tour
bis nach Ouarzazate, wurden die Anforderungen dann doch etwas erhöht:
Die Ruhe vor dem Sturm, beim
Tee:
am Marktplatz:
Dann gab es das Ende des mit
PKW´s befahrbaren Weges:
Der "Weg" wurde länger und
länger
und interessanter
und bot diverse Einlagen:
Die Bodenfreiheit reduzierte
sich streckenweise auf unter 0:
Also weiter:
Neben dem Pfad geht´s übelst
tief abwärts:
Nichts für Höhenängstler:
Aber es gibt Leben (!?)
und andere Offroadtouris:
Nicht stehenbleiben:
Das Licht am Ende des Tunnels
oder das Grün am Ende der Steinwüste:
In Ouarzazate suchten und fanden
wir gegen 19.30 h Peter´s Bikershome,
einen dort lebenden
niederländischen Tourguide,
mit Werkstatt , wo erste
Probleme mit der Elektrik behandelt werden:
der auch Übernachtungen
anbietet
Früh geht´s los (nicht im Pickup)
- die Wüste wartet:
Das Wiedersehen mit Peter kommt
früher als erwartet
- Die originale russische Lima hat die Elektrik lahmgelegt:
Mit AT Lima geht's aber bald
darauf weiter:
Die Dades Schlucht:
Kräftiges kurven ist angesagt:
Ziemlich eng:
und noch mehr Geschluchte:
So sieht's nach oben aus:
Die Schatten werden länger:
Gegen Abend die tägliche
Hotelsuche:
Camping fällt auf der gesamten
Tour aufgrund der Bodenbeschaffenheit aus.
Aber man gönnt sich ja sonst
nix:
Kleiner Empfangstee:
Die Lima - ein immerwährender
Quell ungeahnter Betätigungen:
Im Windschatten wird die AT Lima
versucht am Leben zu erhalten:
Nach getanem Tagwerk:
geht's früh weiter (ohne die
noch anwesende Intruder):
Berge ohne Ende:
und lange schmale Wege:
bis zum Pass:
Frostige Temperaturen unter
10ºC:
Der Staub der Landstrasse:
Dörfer gibt´s:
Der vorherige Regen hat diverse
Suhlkuhlen erschaffen:
Sch(m)utzschichten:
Dieser Tag bescherte uns den Totalausfall der AT Lima. Zunächst also bei Günter per Telefon eine Denso geordert, die er schon mal zu mir nach Viñuela schicken durfte. Nach Beratschlagung kamen wir zu dem Entschluss nicht mehr bis zu den Sanddünen der Sahara zu fahren sondern Kurs auf Melilla (spanische Enklave in MA) zu nehmen. Die Batterie von Dietmars Gespann haben wir per Kabel von Olga aus regelmäßig regeneriert.
Hier der Ort der
Beratschlagungsstätte mit Rotweinversorgung:
Beim auschecken:
Abschlepphilfe für alle Fälle:
Wie im Wildwestfilm:
Ohne die Form, hätt ichs nicht
erkannt:
Der ehemalige DDR - Grenzzaun
hat neue Liebhaber gefunden (Melilla) Grenze zu MA:
Auch die Türmchen gab's dazu:
Der Bauch der Rückfahrkarte:
Wir kommen wieder:
Kurz vor dem spanischen
Festland:
Am Tag nach der Rückkehr wurde
die AT Lima gleich extrahiert:
Die Vorahnungen hatten sich
realisiert:
Haken braucht man immer:
Die Tour war was Feines, zwar kürzer als ursprünglich geplant aber mehr als interessant.
Mit Ausnahme der veralteten Lima gab es keinerlei Probleme bei beiden Gespannen (750er).
Die Temperaturen waren meist bei max 25ºC, in den Bergen oberhalb 2.000m unter 10ºC.
Berührungsprobleme mit dem Islam gab es nicht.
Die "Verkäufer" sind in größeren Orten und an der Grenze mehr als aufdringlich.
Die Polizei ist allgegenwärtig, Kontrollposten an und in jeder Stadt aber sehr freundlich und verlangt keinerlei "Wegezoll".
Bei Geschwindigkeitsübertretungen ist sie jedoch sofort zur Stelle - statt Waffe hat fast jeder eine Radarpistole.
Essen/Menue ist sehr billig, unter 8 €.
Hotels zwischen 30 € und 60 € für ein DZ.
Zelten/Campen ist wegen des Untergrunds (Stein / Geröllboden) nicht zu empfehlen bis unmöglich.
Fast alle sprechen auch französisch, kaum englisch aber ein bisschen spanisch.
Gruß
Don Harry & Dietmar, im Juni 2008