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Die Zündapp KS 750 ist
ein Motorradgespann, welches für militärischen Gebrauch geschaffen wurde.
Hierbei bestimmten nur militärische Anforderungen, wie dieses Gespann zu
bauen war, die Wirtschaftlichkeit der Herstellung wurde weniger
berücksichtigt.
In den dreißiger
Jahren wurden viele Kräder
von Zündapp an die Reichswehr geliefert.
Alle diese Kräder, es
waren besonders die K 500, KS 600 und K 800 hatten einen entscheidenden
Nachteil. Es waren nur leicht veränderte zivile Ausführungen, die nicht
den militärischen Ansprüchen genügten.
Zuerst überlegte man
bei Zündapp, ob die Zündapp KS 600 entsprechend zu modifizieren war, um
den geforderten Anprüchen gerecht zu werden.
Allerdings wurde der
Hubraum später nochmals erhöht auf 751 ccm.
Die Firma
BMW
hatte ebenfalls den Auftrag zur Entwicklung eines gleichartigen Gespanns
erhalten. Nach längeren Versuchsfahrten mit den Prototypen von BMW und
Zündapp kam das Waffenprüfungsamt zu der Überzeugung, daß die Zündapp KS
750 der BMW R 75 weit überlegen war. Man forderte BMW auf, die Zündapp KS
750 in Lizenz nachzubauen.
Dem wurde von Zündapp
mit Freude zugestimmt, hätte es doch so ausgesehen, als wäre man beim
Konkurrenten BMW nicht in der Lage, ein gleichwertiges Motorrad zu bauen.
BMW lehnte den Lizenzbau der Zündapp KS 750 verständlicherweise ab. Das
OKH forderte jedoch von BMW, die überlegenen Merkmale der Zündapp KS 750
wie den Hinterradantrieb, die hydraulische Bremsanlage und die Räder zu
übernehmen.
Bis 1940 war man mit
der Weiterentwicklung beschäftigt und setzte dann erneut sieben Gespanne
in einem längerem Fahrversuch ein. An dessen Ende bestätigte das OKH im
April 1940 der Zündapp KS 750 die volle
Truppenbrauchbarkeit.
Es konnte im
Frühjahr1941 mit der Produktion der Zündapp KS 750 begonnen
werden.
Produktionsmenge 1939
2 Stück(Vorserie) Fahrgestell
Nummer
1940 7
Stück
600 000 - 600 006
1941
288 Stück
600 007 - 600 295
1942 7.228 Stück
600 296 - 607
523
1943
7.131 Stück
607 524 - 614
654
1944
3.515 Stück
614 655 - 618
169
1945
115 Stück
618 170 - 618
284
1946
205 Stück
620 001 -
1947
76 Stück
1948
68 Stück
620 349
In acht Jahren wurden
in Nürnberg 18.695 Zündapp KS 750 gebaut.
Die Zündapp KS 750
erhielt in ihrer endgültigen Ausführung einen geschlossenen
Ovalrohrrahmen, der so stabil ausgeführt ist, daß er allen Belastungen
standhält. Der Seitenwagen wurde durch einen Zentralanschluß an den
Hinterachsantrieb angebaut. Der Hinterachsantrieb ist so gestaltet, daß er
70% der Kraft aufs Hinterrad und nur 30 % auf das Seitenwagenrad
bringt.
Das
Getriebe ist nicht wie das der
Zündapp KS 600 ein Kettengetriebe, sondern besteht aus geradeverzahnten
Zahnrädern. Hierdurch wird auch das Zündapp-typische Heulen verursacht.
Wenn ein Gespann auf sie zukommt, das sich anhört wie eine Straßenbahn,
kann es sich nur um eine Zündapp KS 750 handeln.
Der
Motor
wurde auf 751 ccm vergrößert, indem man den Hub entsprechend auf 85 mm
veränderte. Der Ventiltrieb und die Zylinderköpfe sind nahezu identisch
mit der Zündapp
KS 600. Die
Zylinderköpfe der KS 750 haben unten vier Kühlrippen, die der KS 600 nur
drei. Der KS 600-Kopf kann nicht ohne Änderung an einen KS 750-Motor
angebaut werden. Weil der Zylinderversatz auf 170 ° geändert wurde, stehen
die Führungbohrungen der Stoßstangen in einem anderen Winkel. Auch wurde
beim KS 750 Motor auf die modernere Batterie-zündung zugunsten der
stromunabhängigen Magnetzündung verzichtet.
Es wurde ein Magnetzünder der Firma
Noris und teilweise auch ein Bosch-Magnet montiert.
Der Bosch-Magnetzünder
ist in seiner ganzen Ausführung wesentlich wartungsärmer und stabiler als
der etwas anfällige Noris-Magnet. Beide Magnetzünder waren mit einer
selbsttätigen Zündverstellung ausgerüstet.
Vorn auf der
Kurbelwelle sitzt eine 6 Volt 50 Watt Lichtmaschine von Noris.Vergaser wurde ein Solex
Typ 30 BFRH angebaut. Ein bewährtes Produkt, das in vielen PKWs der Vor-
und Nachkriegszeit eingebaut war. Allerdings gibt die Bezeichnung nicht
an, welche Düsenbestückung im Vergaser ist, und somit eignet sich nicht
jeder BFRH 30 zum Anbau an eine Zündapp KS 750. Um den kalten Motor
leichter zu starten, ist der Vergaser mit einer Kaltstartvorrichtung
versehen, die mit einem Hebel am Motordeckel eingeschaltet
wird.
Bis Mitte 1942 wurden
die Gespanne im Farbton Dunkelgrau RAL 7021 an das
Heer ausgeliefert.
Für das Deutsche
Afrika Korps wurden die dorthin gelieferten Gespanne 1941 -42
in
In den ersten beiden
Jahren, als die Zündapp KS 750 in Serie gefertigt wurde, gab es noch eine
Anzahl von Verbesserungs-und
Änderungswünschen, die vom Heer an die Zündapp-Werke herangetragen
wurden. Die Zündapp-Werke
reagierten hierauf umgehend und verbesserten die erste Ausführung in
mehreren Punkten. Nur die wichtigsten Änderungen seien hier
aufgelistet.
Als erstes wurde der
Lenkungsdämpfer geändert und durch einen mit Handrad regulierbaren
ersetzt.
Den Seitenwagen gab es bei der Zündapp KS 750 in zwei Ausführungen.
Einerseits den Zündapp
eigenen Beiwagen Typ 40 - oder kurz der BW 40 - , ein von Zündapp
hergestellter
Beiwagenrahmen modernster Art. Das Seitenwagenrad ist mit einer
einstellbaren Drehstabfederung ausgestattet. Das Boot ist ebenfalls durch
einen Drehstab gefedert, wodurch eine schmalere Baubreite des
Seitenwagenrahmens erzielt wurde und die pflegeintensiven, schmierigen
Blattfedern wegfielen. Diese Bauart war wesentlich aufwendiger als der ab
1943 verwendete BW 43 von
BMW.
Das Boot Typ “W.Krad B
2“
wurde von der Firma Steib geliefert. Es ist eine verbesserte Ausführung
des Typs “W.Krad B 1“ welches an den Zündapp-Modellen KS 500-600, K 800
wie auch an den Gespannen von BMW R 12 und R 71 angebaut
wurde.
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